VIER PFOTEN Erfolg:
1,5 Millionen Gänse vor Lebendrupf gerettet
2. August 2009 – Zwei führende Großunternehmen der ungarischen Geflügelwirtschaft bekennen sich zum Tierschutz und beenden das grausame Rupfen von lebendigen Gänsen. Auch in Deutschland ging VIER PFOTEN erfolgreich gegen illegale Gänsequäler vor.
Die ungarischen Geflügelproduzenten Tranzit Ker (Marke Goldenfood) und Pannon Lúd machen Ernst in Sachen Tierschutz: In Kooperation mit VIER PFOTEN stellte Tranzit Ker den Lebendrupf aller 900.000 Gänse ein.
Auch Pannon Lud hat das Lebendrupfen bei den meisten Farmen gestoppt. Der Geflügelproduzent hatte erst vor kurzen die Stopfleberproduktion eingestellt und stellt sich nun der nächsten Herausforderung.
VIER PFOTEN begrüßt diesen mutigen Schritt zum Tierschutz und fordert die großen Einzelhandelskonzerne auf, Farbe zu bekennen und nur noch bei Firmen einzukaufen, die Verantwortung gegenüber Tieren beweisen. „Wir hoffen, dass weitere ungarische und polnische Betriebe erkennen werden: eine verantwortungsbewusste Geschäftspolitik und Tierschutz sind untrennbar miteinander verbunden“, sagt Marcus Müller, Kampagnenleiter bei VIER PFOTEN.
Rahmenverträge mit Tranzit Ker und Pannon Lud sollen nun die Erfolge absichern. Die Verträge sehen strenge, unangemeldete Kontrollen durch Tierschützer und den Handel vor. Hohe Vertragsstrafen sollen Gänsemäster von dem schnellen Profit mit dem illegalen Lebendrupf abschrecken.
Handel und Verbraucher sind gefordert – Geiz bedeutet Tierleid
VIER PFOTEN fordert die Handelsunternehmen zu Wachsamkeit auf. Denn polnische und ungarische Firmen werfen nach wie vor billige Ware von gerupften oder (im Falle Ungarns) sogar gestopften Gänsen auf den Markt. „Der niedrige Preis der Gans wird mit Tierquälerei erkauft. Qualität hat ihren Preis – nicht nur für den Kunden, sondern auch für die Fleischeinkäufer von Edeka, Aldi und Co“, so Marcus Müller.
REWE Österreich und Kaufland beweisen Verantwortungsbewusstsein und gehen mit gutem Vorbild voran: Die Handelskonzerne verbieten ihren Lieferanten den Lebendrupf.
Lebendrupf: Gängige Praxis in Ungarn und Polen trotz EU-Verbot
Millionen ungarischer und polnischer Mastgänse werden bei lebendigem Leib die Federn ausgerissen. So genannte „Federbrigaden“ rupfen tausende Tiere in wenigen Akkordstunden. Die Folgen sind schwere Verletzungen, Stress und sogar viele tote Gänse. Die Wunden werden noch vor Ort genäht – ohne Betäubung.
Die derart grausam gewonnenen Daunen werden in ganz Europa gehandelt. Auch das Fleisch der gequälten Gänse befindet sich in den Kühlregalen europäischer Supermärkte. „VIER PFOTEN wird gegen den Lebendrupf, der in der EU eigentlich verboten ist, aber in vielen Ländern offenbar geduldet wird, entschlossen vorgehen und dieser Tierquälerei ein Ende setzen“, so Johanna Stadler-Wolffersgrün, Chief Program Officer bei VIER PFOTEN.
Ungarischer Gänseproduzent Hungavid bricht sein Versprechen
Dass es auch weiterhin „schwarze Schafe“ unter Gänsefleischproduzenten gibt, belegen unangemeldete Betriebskontrollen durch VIER PFOTEN in den letzten Wochen in Ungarn. Die Firma Hungavid hatte vertraglich zugesagt, den Lebendrupf einzustellen. VIER PFOTEN Mitarbeiter haben jedoch zehntausende brutal gerupfte Gänse bei Hungavid-Gänsefarmen vorgefunden und dokumentiert. Auch auf den Gänsenfarmen der Firma Hungerit werden den Tieren die Federn lebendig ausgerissen.
Deutschland: VIER PFOTEN deckt Lebendrupf auf – Tierhalteverbote verhängt
Auch in Deutschland geht VIER PFOTEN erfolgreich gegen Gänsequäler vor: Im Juli hatte VIER PFOTEN Tierhalteverbote und ein hartes Vorgehen der Behörden gegen einen Betrieb erreicht, in dem Gänse lebendig gerupft wurden. Dem Tierhalter drohen nun zusätzlich hohe Geldstrafen oder sogar Haft.
Kontakt: Marcus Müller, E-Mail: marcus.mueller@vier-pfoten.org
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